Durchwachsene Saison für
Matthias Krumscheid
von
Albert Krumscheid
Einmal
sich für eine Welt- oder Europameisterschaft zu qualifizieren und im
Nationaltrikot für Deutschland an den Start gehen zu dürfen hatte sich
Matthias als Ziel gesetzt. Die Wahl seines Studienortes Deggendorf sprach
eher gegen dieses große Vorhaben. Seine Aussichten wären in einer der
großen Leichtgewichtszentren wie Mainz, Hamburg, Berlin, Krefeld oder
Konstanz weitaus besser gewesen. So war er weitgehend auf sich gestellt,
nachdem weder in Deggendorf noch bei uns eine Betreuung gegeben war und
auch die zuständigen Landestrainer ihre Hilfe versagten. Obwohl Matthias
mit ca. 25 Stunden sein wöchentliches Trainingspensum gegenüber den
Vorjahren nochmals steigerte und damit sein Studium vernachlässigte, war
es bei diesen Bedingungen nicht verwunderlich das die Saison mit Höhen
und Tiefen nicht optimal verlief.
Um
sich beim Bundestrainer zu empfehlen und schließlich für das
Nationalteam zu qualifizieren mussten gute Ergebnisse bei den
Langstreckentests, Internationalen Regatten und Meisterschaften im Einer
eingefahren werden.
Viel
versprechend ruderte Matthias im März bei der zweiten Leistungsüberprüfung
des DRV auf der Langstrecke in Leipzig auf den 21. Platz und konnte gegenüber
Dortmund (3 Monate zuvor) 15 Plätze gutmachen. Im April standen die
Deutschen Kleinbootmeisterschaften in Brandenburg auf dem Programm. Hier
ruderte Matthias insbesondere im Viertel- und Halbfinale mit jeweils
zweiten Plätzen tolle Rennen. Im abschließenden E-Finale belegte er den
4. Platz was insgesamt Platz 28 von 50 gemeldeten Teilnehmern bedeutete.
In seiner Jahrgangsstufe (U23) lag er an 14. Stelle und damit noch im
Soll.
Sein
schnellstes Saisonrennen ruderte Matthias auf der Internationalen Regatta
in Duisburg. Mit seinem Vorlaufsieg u.a. gegen Nationalruderer aus Großbritannien,
Schweden und der Schweiz qualifizierte er sich als einer von zwei
Deutschen Ruderern für das A-Finale. Hier hatte er jedoch gesundheitliche
Probleme und kam nicht über den letzten Platz hinaus.
Nach
einer anschließenden ärztlichen Untersuchung war für Matthias ein
weiteres Training und damit der Leistungssport in Frage gestellt. Erst
nach einem mehrtägigen Krankenhaus-aufenthalt mit eingehenden
Untersuchungen gaben die Ärzte grünes Licht.
Zwischenzeitlich
hatte sich der Bundestrainer mit mir in Verbindung gesetzt und Matthias zu
einem Ranglistenrennen zur Bildung des Nationalteams für die
U23-Weltmeisterschaften am Rande der Internationalen Regatta nach
Ratzeburg eingeladen. Leider lief es hier für ihn nicht gut und so kam er
im 16 Bootefeld der besten unter 23jährigen Deutschlands nicht über den
15. Platz hinaus, womit der Traum der WM-Teilnahme vorüber war. Am darauf
folgenden Tag stellte sich Matthias bei der Internationalen Regatta in der
offenen Altersklasse der Konkurrenz. Mit einem Vorlaufsieg qualifizierte
er sich direkt für das A-Finale, wo er in einem spannenden Rennen in
einem 8 Bootefeld einen guten 5. Platz belegte.
Bereits 10 Tage später fanden die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften U23
in Köln statt. Leider konnten wir keine Partner für eine Mannschaftsbildung
im Großboot finden und so musste Matthias abermals im Einer starten. Auch
hier konnte Matthias sein Formtief, seit seiner gesundheitlichen Probleme,
nicht überwinden und schaffte nach vielen erfolgreichen Jahren erstmals
nicht den Einzug ins Halbfinale.
Enttäuscht
über seine Leistungen beendet Matthias den Leistungssport und widmet sich
jetzt mehr seinem Studium. Was ihn jedoch nicht davon abhält weiterhin
regelmäßig zu trainieren um auf der einen oder anderen Regatta zu
starten.
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