Semper talis, semper fidelis! – Trainingsmannschaft 2008

von Michael Rosemann

 

15 Regatten, 25 Siege, 366 Tage. So sah für die Trainingsmannschaft das Jahr 2008 aus. Leider nicht ganz so erfolgreich, wie die letzten Jahre, haben wir doch vor allem auf den kleineren bayrischen Regatten hin und wieder die Gegner ordentlich abgezockt. Auch einige viele unzählige Trainingslager wurden von uns unsicher gemacht.

Dieses Jahr hatten wir leider aber auch mit vielen Ausfällen zu kämpfen, was uns Trainer oft nicht nur die letzten Nerven gekostet hat. Aber trotz alledem haben wir immer von irgendwo her einen leichten Aufwind gespürt.

Auf dem Bereich der Ernährung sind wir auf eine neue Energiequelle für Rennruderer gestoßen – Frischkäse. In Nürnberg mussten wir gezwungenermaßen einen Pendeltransport errichten um die Versorgung aufrechterhalten zu können.

Dabei unseren Zeltplatz ausfindig machen zu können war meist nicht so schwierig, waren wir doch mit Beatbox oft lauter als die eigentlichen Regattalautsprechanlagen. Dabei reichte das Repertoire von Folklore bis ins Unendliche, zur Freude der anderen Vereine. Eigentlich war es uns dank Musik fast immer möglich „Drei Tage wach“ zu bleiben.

Außerdem waren wir wahrscheinlich mit Abstand der Verein, der am meisten Kisten mitführt. Zur Pavillonkiste, die noch aus dem letzen Jahr stammt, kam eine Kiste für die beiden großen Mannschaftszelte hinzu. Eineinhalb Zentner schwer, wenn voll gepackt. Tja, da werden sich die Mädls heuer freuen, wenn die bärenstarken Knaben nicht mehr mit fahren.

Da werden wir uns so manches Mal ein paar Tragtiere von den Gebirgsjägern ausleihen müssen.

Als letzte große Regatta der alten Saison, die bis zur Sommerpause geht, waren wir wieder auf der bayrischen Meisterschaft in Ingolstadt. Leider nur ein Meistertitel, ein zweit platzierter und vier dritte Plätze waren das Ergebnis. Trotzdem wurde die Saison wie immer schon auf der Regatta ausführlich befeiert.


Und so sah sie aus, die Trainingsmannschaft 2008:

 

„Alter Hase“ Matthias Krumscheid (87)

Eigentlich hat der Hiasi nur noch selten in Waging trainiert, weil er ohnehin schon in Deggendorf studiert. Trotzdem ist er immer noch für seinen Heimatverein an den Start gegangen. Dafür hat er sogar zeitweise von den Deggendorfern einen sehr guten Einer gestellt bekommen. Seine Regatten waren die ganz großen in Deutschland, wie zum Beispiel in Leipzig (21. Platz) oder in Brandenburg (28. Platz). Dabei darf man die Platzierungen nicht unterbewerten, ist er doch gegen die deutsche Elite angetreten und hat nicht nur um deutsche Ehren sondern um die Fahrkarte zur WM gekämpft. Als die Lage allerdings langsam aussichtslos wurde und sein tatsächliches Ziel immer weiter weg rückte verabschiedete er sich langsam von acht erfahrungsreichen Jahren Rennrudern. Vorerst. Denn jeder ehemalige Rennruderer fühlt immer wieder dieses Kitzeln in den Fingern. Aber jetzt brauchts erst mal eine große Pause.

 

„Flaggschiff in Flammen“ Melanie Strasser (92) und Leonie Linde (92)

Unser Flaggschiff in diesem Jahr waren wiederum Melanie Strasser und Leonie Linde . In Flammen darum, weil ihnen ganz viele Knüppel in den Weg gelegt wurden. Nicht nur, dass sie oft mit dem eigenen Gewicht zu ringen hatten. Nein, bei der Anfahrt auf ihren Saisonhöhepunkt, die deutschen Jugendmeisterschaften, gab es auch noch einen Auffahrunfall auf den Bootstransport, bei dem ihr Boot so schwer beschädigt wurde, dass es nicht mehr renntauglich war. Dadurch lagen sie auch hinter dem erhofften Ziel und erreichten „nur“ den 9. Platz im JF 2x B LG.  Trotzdem lieferten sie bis dahin und auch danach immer eine gute Leistung ab. Melanie mit sechs Siegen und Leonie mit sogar sieben Siegen, führen sie heuer wieder die Siegerliste an.

 

 

„Wanderdüne“ Lydia Weber (91)

Die Lydia ist unsere Wanderdüne, die durch die bayrischen Vereine durchwandert. Mit den einen fährt sie Renngemeinschaften, mit den andern hegt sie die zwischenmenschlichen Beziehungen^^ und mit wieder andern ist sie einfach nur wohl gesonnen.

Wenn sie heuer wanderte, tat sie dies im JF 1x A LG. Dabei erklomm sie sechsmal den ersten Platz. Außerdem absolvierte Lydia heuer den Lehrgang zur Übungsleiterin im Rudersport. Ihr Spezialgebiet dabei ist wahrscheinlich Wanderrudern.

 

 

„Baam oida!“ Andreas Rosemann (91) und Moritz Sigler (91)

Unsere Master of Disaster, ohne die nix lief. Die immer für Stimmung sorgten, mit und ohne Beatbox. Unser JM 2x A LG. Ihr Ziel war heuer grenzenlose Gaudi auf den bayrischen Regatten. Und das haben sie hervorragend erfüllt. Immerhin vier Mal waren sie schneller als alle anderen. Das Ende ihrer Rennrudererzeit kam auf der bayrischen Meisterschaft. Beide um sich jetzt sinnvoll auf Ausbildung und Abitur vorzubereiten. Aber wenn’s im Bootshaus mal wieder rund geht oder auf den Regattaplätzen laut wird, weiß jeder genau wer wieder da ist.

„Mr High-Tech“ Kilian Linde (91)

Kilian, der heuer durch Abschlussprüfung und jetzt Fachoberschule immer wieder ans lernen gebunden war, ging heuer als Jahrgangsjüngerer im JM 1x A LG an den Start. Obwohl ihm das Glück nur einmal Hold war, ließ er sich es nicht so leicht nehmen immer wieder ins Boot zu steigen.

 

 

 

„Meisterin für geistige Zwischenfälle“ Laura Bissen (93)

Laura ist immer für einen geistigen Spagat zu haben. Und fürs Einer fahren. Vorzugsweise im JF 1x  B LG. Nie hat sie sich die Motivation nehmen lassen, auch wenn’s mal nicht so leicht gefallen ist. Mit erstaunlichem Ehrgeiz hat sie sich von Ergotest zu Ergotest massiv gesteigert. Fünf Siege hat sie heuer erreicht. Drei davon in Landshut. Damit war sie, zumindest in Landshut, die erfolgreichste Wagingerin.

 

 

„Ned jammern!“ Tamara Lamminger (94)

Das bekam unsere Tamyi heuer oft zu hören. Aber manchmal war sie auch zum bemitleiden.

Hatte sie dieses Jahr doch die wechselvollste Geschichte hinter sich. Da sie dieses Jahr als einzige von uns noch im Kinderbereich starten durfte, war von Jahresbeginn an der Einer ihr eigentliches Stammboot. Für den Bundeswettbewerb sollte ein 4x+ zusammengestellt werden, für den sie unverzichtbarer Bestandteil war. Nach einigem hin und her, war endlich die endgültige Mannschaft gefunden. Als jedoch auf den Nominierungsregatten die Erfolge ausblieben, wurde aus dem 4x+ ein 2x gemacht. Dieser bestand jetzt wiederum aus Tamara und Karola Schoel . In dieser Besetzung ging es dann auch zum BW nach Salzgitter, wo sie einen 13. Platz für Bayern erreichten. Auf der bayrischen Meisterschaft traten sie noch mal zusammen an, wo sie den 3. Platz erreichten. Tamara, mittlerweile begnadete Einerfahrerin, konnte in diesem Jahr insgesamt vier Siege einfahren.

 

„Bub, habeder!“ Eure Trainer Matthias Jakob und Michael Rosemann

„Bub, habeder!“ so begannen viele hunderttausende Telefonate zwischen uns Trainern. Immer gabs was zu besprechen. Vorbesprechungen für Regatten, Diskussionen über Rudertechnik oder Bootseinstellungen, die dann doch nicht passen sollten, Verwaltungs- und Organisationsaufwand. Alles mögliche. Und das ganz nebenbei, neben dem Training, was auch noch unendlich Zeit verschlang. Nicht umsonst, stellen wir beide heuer die Hälfte aller geleisteten Übungsleiterstunden. Regatten und Trainingslager verlangen eine 24 Stunden Bereitschaft. Rennruderer sind halt wie kleine Kinder. Somit hatte eine Regatta für uns vom Planungsbeginn bis zum Abrechnungsabschluss nicht selten unter 60 Stunden.

Trotzdem war’s für uns doch die meiste Zeit recht lustig was uns die Arbeit, seelisch zumindest, sehr erleichtert hat.

Alles in allem war 2008 für uns wieder ein tolles Jahr.

Danke auch an Korbi, der immer wieder mal als Aushilfstrainer eingesprungen ist.

Auch ein Danke an den Vorstand, den wir immer wieder mit allen möglichen Problemen belagern durften.

Und natürlich an unsere Schützlinge die uns dieses Jahr des öfteren versüßt haben.

 

 

 

 

In diesem Sinne ein hoch gelobtes „MANNSCHAFT VORWÄRTS!“

 

Eure Trainer

Matze und Rousman